Kurz gesagt: Es ist kompliziert. Linktree ist ein australisches Unternehmen, das Daten sowohl in Australien als auch auf US-Servern speichert. Für europäische Nutzer – besonders für Unternehmen und Selbstständige – kann das schnell zum rechtlichen Problem werden.
In diesem Artikel erfährst du, wo genau das Problem liegt und welche Optionen du hast.
Wo speichert Linktree deine Daten?
Linktree hat seinen Hauptsitz in Melbourne, Australien. Laut der Datenschutzerklärung von Linktree werden personenbezogene Daten jedoch auch in die USA übertragen. Eine Option für reines EU-Hosting gibt es nicht.
Das betrifft nicht nur dein eigenes Konto, sondern auch die Daten deiner Besucher. Jedes Mal, wenn jemand auf deinen Linktree klickt, werden erfasst:
- IP-Adresse des Besuchers
- Klickverhalten und besuchte Links
- Referrer (woher der Besucher kam)
- Geräteinformationen und Browser-Daten
Diese Daten landen auf Servern, die dem US-amerikanischen Recht unterliegen. Und genau hier beginnt das DSGVO-Problem.
Das Problem mit US-Datentransfers
Seit dem Schrems-II-Urteil des Europäischen Gerichtshofs im Jahr 2020 ist der Datentransfer in die USA rechtlich unsicher. Das damalige Privacy Shield wurde für ungültig erklärt, weil US-Geheimdienste weitreichenden Zugriff auf Daten haben können – ohne dass EU-Bürger dagegen vorgehen könnten.
Seit Juli 2023 gibt es das neue EU-U.S. Data Privacy Framework. Das klingt erstmal nach einer Lösung. Aber:
- Datenschützer bezweifeln, dass es vor dem EuGH Bestand haben wird
- Die grundlegenden Überwachungsgesetze in den USA haben sich nicht geändert
- Eine erneute Klage (Schrems III) wurde von der Datenschutzorganisation NOYB bereits angekündigt
Wichtig: Linktree ist aktuell nicht in der offiziellen Liste zertifizierter Unternehmen des Data Privacy Frameworks gelistet.
Für dich bedeutet das: Rechtsunsicherheit. Du verlässt dich auf ein Framework, das jederzeit kippen kann – und Linktree nimmt nicht einmal daran teil.
Was bedeutet das für dich konkret?
Privatperson: Nutzt du Linktree rein privat, ohne gewerblichen Hintergrund? Dann ist das Risiko gering. Die DSGVO richtet sich primär an Unternehmen und Selbstständige.
Creator oder Selbstständiger: Sobald du gewerblich tätig bist – und das bist du als Creator mit Werbeeinnahmen oder als Freelancer – gelten die vollen DSGVO-Anforderungen. Du bist verantwortlich für die Daten deiner Besucher und leitest diese ohne gesicherte Rechtsgrundlage an US-Server weiter.
Unternehmen: Die Lage ist am klarsten. Der Einsatz von US-Tools ohne wasserdichte Rechtsgrundlage ist ein Risiko. Abmahnungen durch Wettbewerber oder Beschwerden bei Datenschutzbehörden sind möglich. Die Bußgelder nach Art. 83 DSGVO können bis zu 20 Millionen Euro oder 4% des Jahresumsatzes betragen.
Das oft vergessene Problem: Impressumspflicht
Ein weiterer Punkt, der gerne übersehen wird: Als deutsches oder österreichisches Unternehmen brauchst du ein Impressum – auch auf deiner Link-in-Bio Seite.
Viele Linktree-Profile haben keines oder nur einen Link, der leicht übersehen wird. Das ist ein separater Abmahngrund, unabhängig von der DSGVO-Thematik. Die sogenannte Zwei-Klick-Regel verlangt, dass dein Impressum maximal zwei Klicks entfernt erreichbar sein muss.
Welche Alternativen gibt es?
Die gute Nachricht: Du musst nicht auf ein Link-in-Bio Tool verzichten. Es gibt europäische Alternativen, die deine Daten auf EU-Servern speichern.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest:
- Server-Standort in der EU – nicht nur ein Büro, sondern echtes EU-Hosting
- Keine US-Muttergesellschaft – sonst gelten trotzdem US-Gesetze (CLOUD Act)
- Transparente Datenschutzerklärung – du solltest genau sehen, was erfasst wird
- Impressum-Integration – damit du rechtssicher unterwegs bist (in Nodus Pro)
Mit Nodus haben wir genau dafür eine Lösung gebaut: Ein Link-in-Bio Tool, das komplett in der EU gehostet wird, von einem österreichischen Unternehmen betrieben wird, Impressum-Einbindung im Pro-Plan bietet und DSGVO-Konformität von Grund auf berücksichtigt.
Fazit
Ist Linktree DSGVO-konform? Die ehrliche Antwort: Nicht wirklich. Der Datentransfer in die USA ist rechtlich wacklig, Linktree ist nicht DPF-zertifiziert, und als Gewerbetreibender trägst du das Risiko.
Für Privatpersonen ist das Risiko gering. Für Unternehmen, Selbstständige und Creator mit gewerblichem Hintergrund lohnt sich der Wechsel zu einer EU-Alternative – allein schon für den ruhigen Schlaf.
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