DSGVO klingt nach großen Konzernen und Rechtsabteilungen. Aber sie gilt auch für dich als Creator – sobald du Geld verdienst. Hier ist, was du wirklich wissen musst.
Disclaimer: Keine Rechtsberatung. Im Zweifel frag einen Anwalt.
Gilt die DSGVO für mich?
Kurze Checkliste:
- Du verdienst Geld mit Content (Werbung, Affiliate, Sponsoring) → Ja
- Du verkaufst Produkte oder Kurse → Ja
- Du sammelst E-Mail-Adressen für einen Newsletter → Ja
- Du bietest Dienstleistungen an → Ja
- Du postest nur privat Katzenbilder ohne Monetarisierung → Vermutlich nein
Sobald du gewerblich tätig bist, bist du "Verantwortlicher" im Sinne der DSGVO. Das gilt auch für Kleingewerbe.
Was musst du konkret tun?
1. Impressum
Du brauchst eins. Auf deiner Website und erreichbar von deinen Social-Media-Profilen (via Link in Bio). Alles dazu in unserem Impressumspflicht-Guide.
2. Datenschutzerklärung
Wenn du eine Website oder eine Seite hast, die Daten sammelt (und das tut jede), brauchst du eine Datenschutzerklärung.
Was muss rein:
- Wer du bist (Name, Kontakt)
- Welche Daten du sammelst
- Warum du sie sammelst
- Wie lange du sie speicherst
- Welche Tools/Dienste du nutzt (Analytics, Newsletter-Tool, etc.)
Praktische Lösung: Datenschutz-Generator nutzen (z.B. von e-recht24.de oder Datenschutz-Guru).
3. Cookie-Banner (wenn nötig)
Nur nötig, wenn du Cookies setzt, die nicht "technisch notwendig" sind:
- Google Analytics → Cookie-Banner nötig
- Facebook Pixel → Cookie-Banner nötig
- Nodus Analytics → Kein Cookie-Banner nötig (keine Cookies)
- Session-Cookies für Login → Kein Banner nötig
4. Newsletter richtig machen
Wenn du E-Mails sammelst:
- Double-Opt-In nutzen (Bestätigungsmail)
- In jeder Mail: Abmeldelink
- Dokumentieren, wann sich jemand angemeldet hat
- Datenschutzerklärung verlinken bei Anmeldung
5. Auftragsverarbeitung (AVV)
Klingt kompliziert, ist aber simpel: Wenn du Tools nutzt, die Daten deiner Besucher verarbeiten, brauchst du mit dem Anbieter einen AVV.
Die gute Nachricht: Die meisten Tools (Mailchimp, ConvertKit, etc.) haben das schon vorbereitet. Du musst es nur akzeptieren/unterschreiben.
Die wichtigsten Don'ts
E-Mail-Adressen kaufen: Absolutes No-Go. Nur selbst gesammelte Adressen mit Einwilligung.
Daten ohne Grund speichern: Nur speichern, was du brauchst, nur so lange wie nötig.
US-Tools ohne Nachdenken nutzen: Prüfen, ob DSGVO-konform. Bei Unsicherheit: EU-Alternative suchen.
Anfragen ignorieren: Wenn jemand seine Daten will oder Löschung verlangt, musst du reagieren (innerhalb eines Monats).
Die wichtigsten Dos
EU-Tools bevorzugen: Weniger Risiko, weniger Aufwand.
Dokumentieren: Wer hat wann zugestimmt? Welche Tools nutzt du? Das solltest du wissen.
Transparent sein: Sag den Leuten, was du mit ihren Daten machst.
Auf dem Laufenden bleiben: DSGVO entwickelt sich weiter. Einmal im Jahr prüfen.
Tool-Auswahl für Creator
Bei jedem Tool fragen:
- Wo sind die Server? (EU = gut)
- Gibt es einen AVV? (Muss sein)
- Was passiert mit den Daten?
Gute Optionen:
- E-Mail: Mailchimp (mit AVV), Brevo, Mailerlite
- Link in Bio: Nodus (EU)
- Analytics: Plausible, Fathom (oder Nodus Pro Analytics)
- Zahlungen: Stripe (mit AVV), PayPal
Kritisch hinterfragen:
- Google Analytics: Möglich, aber aufwendig (Cookie-Banner, IP-Anonymisierung, etc.)
- Facebook Pixel: Datenschutz-Risiko, nur wenn wirklich nötig
Was passiert wenn ich nichts mache?
Realistisch: Wahrscheinlich erst mal nichts. Die Behörden haben größere Fische zu fangen.
Risiken trotzdem:
- Abmahnung von Konkurrenten (500-1500€+)
- Beschwerde bei Datenschutzbehörde
- Bußgeld (theoretisch bis 20 Mio, praktisch für Creator unrealistisch)
- Vertrauensverlust bei der Community
Der Aufwand, es richtig zu machen, ist geringer als das Risiko.
Pragmatischer Minimalplan
Wenn du nur eine Stunde hast:
- Impressum erstellen (Generator nutzen)
- Datenschutzerklärung erstellen (Generator nutzen)
- Beides auf Website/Link-in-Bio verlinken
- Newsletter auf Double-Opt-In umstellen
- EU-Tool für Link-in-Bio nutzen (Nodus)
Das deckt 80% ab. Den Rest kannst du später verfeinern.
Fazit
DSGVO als Creator ist machbar. Die Basics:
- Impressum + Datenschutzerklärung haben
- EU-Tools bevorzugen
- Newsletter nur mit Einwilligung
- Transparent sein
Nicht perfekt muss es sein, aber ein Mindestmaß an Compliance schützt dich vor Ärger.
Ein Schritt Richtung DSGVO: Nodus ist EU-gehostet und datenschutzfreundlich – ein Tool weniger, um das du dir Sorgen machen musst.